Letʼs
talk
Welche Fragen werden größer, je genauer man hinsieht?

Im Denkraum verfolgen wir Beobachtungen weiter, die in unserer Arbeit auftauchen – über Organisationen, Gesellschaft und die Bedingungen, unter denen Veränderung möglich wird.

Vier Großfragen, die uns gerade nicht loslassen.

Wie bleibt der Staat handlungsfähig, wenn sich die Erwartungen der Gesellschaft verändern und gleichzeitig die Mittel knapper werden?

Wie viel Steuerung braucht eine Hochschule, ohne die Autonomie zu beschädigen, von der sie lebt?

Woran zeigt sich heute die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Kultur?

Was müsste heute passieren, damit Deutschland auch in zwanzig Jahren ein starker Industriestandort ist?

Diese Fragen begegnen uns in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen. Wir schreiben darüber, forschen dazu, diskutieren sie mit anderen und prüfen immer wieder, was sich aus der Praxis lernen lässt.

Bürokratopia. Wie Verwaltung die Demokratie retten kann

von Julia Borggräfe

Bürokratie gilt vielen als Synonym für Komplexität, Langsamkeit und Reformstau. Bürokratopia zeigt eine andere Perspektive: Bürokratie ist kein Selbstzweck, sondern das Betriebssystem unseres demokratischen Staates – und damit gestaltbar.

Grenzen der interbehördlichen Zusammenarbeit

von Phanmika-Sua-Ngam-Iam

Die soziale Sicherung und damit einhergehend der Wechsel der rechtlichen Zuständigkeit für Geflüchtete aus der Ukraine vom Sozialamt zum Jobcenter stellt für die öffentliche Verwaltung eine administrative Herausforderung dar. In diesem Beitrag wird untersucht, wie die beteiligten Organisationen der öffentlichen Verwaltung diesen gesetzlichen Auftrag umsetzen.

Zwischen Autonomie und Steuerung – Wie strukturelle Innovation an Hochschulen gelingt

von Julia Borggräfe und Alexander Keil

Hochschulen stehen vor tiefgreifenden Veränderungen: von finanziellen Restriktionen bis zu neuen Lernformen und der zunehmenden Verfügbarkeit von KI, die bestehende Praktiken irritiert, ohne dass sich bereits belastbare organisationale Antworten herausgebildet haben. Der Beitrag zeigt, warum nachhaltiger Wandel nur gelingt, wenn Hochschulen ihre organisationale Eigenlogik ernst nehmen und Informalität, Tausch, Partizipation sowie verbindliche Entscheidungsverfahren zusammen denken.

Die Organisation Hochschule – Strukturen verstehen und Möglichkeiten für Veränderungen schaffen

Hochschulen sind komplexe soziale Systeme, die im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik (und Verwaltung) sowie Wirtschaft agieren. Sie sind verantwortlich für Lehre und Forschung aber auch für die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis. Diese Aufgaben unter den gegebenen Rahmenbedingungen zu erfüllen, stellt oft eine Herausforderung dar.

Zwischen Euphorie und Jour Fixe

Die grösste Fehlannahme im Kooperationsdiskurs

Kooperation klingt nach Aufbruch und landet oft in Abstimmungsschlaufen. Warum gute Absichten im Kulturbereich nicht reichen. Und was es braucht, damit aus gemeinsamer Euphorie gemeinsame Wirkung wird.

Mehr Leitung bedeutet noch keine bessere Entscheidungsfähigkeit. Warum Theater neue Formen institutioneller Handlungsfähigkeit brauchen

Ein Beitrag von Mirjam Hildbrand und Alexander Keil

Theater stehen heute vor der Herausforderung, künstlerische Freiheit zu ermöglichen, gesellschaftlichen Erwartungen zu spiegeln und zugleich für organisationale Stabilität zu sorgen. Diese grundlegenden Spannungen löst man nicht allein durch die Einführung eines neuen Leitungsmodells. Der Beitrag fragt, welche Formen institutioneller Handlungsfähigkeit Theater brauchen, um unter veränderten Bedingungen entscheidungs- und zukunftsfähig zu bleiben.

Intendant:in sein ist schwer, als Co-Leitung zu arbeiten noch viel mehr. Über die Erwartungen und Folgeprobleme von Co-Leitungsmodellen an Theatern

von Alexander Keil

Wie gelingt Wandel im Kulturbereich – und welche Rolle spielt der gemeinsame Diskurs dabei? Diesen Fragen widmete sich das 1. Kulturgespräch Stadt Luzern, das am Dienstag, 17. März 2026, um 18.15 bis 20 Uhr im stattkino und der Bourbaki Bar stattfand.

Zum Ausgabe des Kultur Management Network Magazins.

Die klügsten Organisationen sind nicht automatisch die entscheidungsfähigsten

Fünf Beobachtungen aus sechs Monaten Arbeit mit Expert:innenorganisationen – von Alexander Keil

Dieser Text versammelt fünf Beobachtungen aus unserer Beratungspraxis. Sie markieren Spannungen, die uns in unterschiedlichen Organisationstypen immer wieder begegnen.

Veränderung braucht Spannungen!

von Alexander Keil und Finn-Rasmus Bull

Organisationsgestalter:innen und Führungskräfte sollten Spannungen nicht vermeiden, sondern gezielt in einen konstruktiven Diskurs überführen. Auf diese Weise stellen sie sicher, dass unterschiedliche Rationalitäten als solche erkannt und in geeigneten Arenen verhandelt werden. Dazu gehört auch, Räume zu schaffen, die gerade in konfliktreichen Situationen vorschnelle Personalisierungen verhindern.